Berufsvorbereitungsjahr und PuSch-B

Bericht aus rhw management 5/2019

Zu guter Letzt

Aufgrund eines Artikels in rhw praxis 2/2018 zu „Nestel- und Fühldecken bei Demenz“ von rhw-Autorin Sigrid Ratz hat sich eine Leserin inspirieren lassen. Gabriele Morschhäuser hat mit ihrer Hauswirtschaftsklasse der Textilgruppe der Hans-Viessmann-Schule monatelang insgesamt zehn dieser Decken genäht – kostenlos und ganz individuell für Bewohner eines Altenheims im selben Ort Frankenberg. Ein ganz besonderer Leserbrief.

Genau zu Beginn der Sommerferien in Hessen erhielt ich Ihre rhw praxis 2/2018, in der der Einsatz von Fühldecken in Seniorenheimen vorgestellt wurde. So­fort machte ich mich an die Arbeit und erstellte testweise zwei Decken: eine für Frauen, eine für Männer – ganz klischeemäßig. Dem Seniorenheim Alloheim in Frankenberg bot ich das Projekt an und auch die Schüler/innen der Berufsschule Hans-Viess­mann-Schule waren gleich begeistert.

Rund sechs Monate Arbeit an den Decken

Fast ein halbes Jahr arbeitete die Textilgruppe der Klassen PuSch und BVJ der Hans-Viessmann-Schule an den Fühldecken. PuSch steht für Praktikum und Schule, BVJ für Berufsvorberei­tungsjahr. Die Schüler/innen besuchen im ersten Schulhalbjahr die Schule, davon an zwei Tagen zwei Gewerke an der Berufs­schule, beispielsweise Kochen und Textil oder Holz und Metall. Im zweiten Schulhalbjahr wird an den Praxistagen ein Prakti­kum in Betrieben durchgeführt. Bei den PuSch-Klassen besteht eine Kooperation mit der ortsansässigen Ortenbergschule, einer Grund-, Haupt-und Realschule, deren Schüler/innen bei uns die Praxistage ein Schulhalbjahr lang absolvieren.

Inidividuelle Decken auf Wunsch

Die Fühldecken, auch Nesteldecken genannt, werden aus ein­zelnen Stoffquadraten zusammengesetzt. Jedes der sogenann­ten Panels bekommt eine andere Oberfläche. Das kann neben Baumwolle auch Fellstoff, Frottee oder Seide sein, aber auch ein aufgenähter Reißverschluss, Taschen, Manschetten von Hemden oder Motivstoffe, Schnallen, Flaschenöffner oder Anti­stressbälle. Die Schüler/innen der Hans-Viessmann-Schule lernten an diesen Panels unter anderem das Einnähen von Reißverschlüssen, die Herstellung von Knopflöchern, das An­nähen von Knöpfen, aber auch Borten annähen oder Säume nähen.

Ein Senior im Altenheim wünschte sich eine Decke mit

Sportwagen-Biografie

 

Fühldecken mir Bezug zum Haushalt wurden häufiger

gewünscht

Ein Motto der Decke: Sportwagen!

Zu Beginn des Projektes stand ein Besuch im Alloheim in Franken­berg auf dem Programm. Dort wurde eine Besichtigung der ver­schiedenen Stationen und der Ergotherapie durchgeführt. Seitens des Heimes wurden bei der Vorstellung von Musterdecken Wünsche geäußert, beispielsweise dass für zwei Patienten spe­zielle Decken angefertigt werden. Ein Wunsch war, eine Decke für einen ehemaligen Porschefahrer mit entsprechen Devotiona­lien wie Porsche-Emblem, einem privaten Foto, altem Autoschlüs­sel und anderen Stücken aus der Autobranche zu bestücken. Eine andere Decke wiederum erhielt alle möglichen Teile aus dem Haushalt: ein kleines Wellholz ebenso wie Gummiringe und Klammern von Einkochgläsern, Wäscheklammern, Topflappen, Kochlöffel und Schneebesen oder kleine Söckchen, die von der Mutter einer Schülerin gestrickt wurden.

Anlässlich des Weihnachtsfestes 2018 wurden dann zehn Decken

„ausgeliefert“. Die Schüler/innen sind stolz auf ihre Decken, aber auch die positive Reaktion der beschenkten Menschen. Sie be­dauern lediglich, dass sie nur wenige Textilien für ihren eigenen Bedarf nähen konnten. Ich danke ganz herzlich für die tollen Anregungen in Ihren rhw-Fachzeitschriften und sende Ihnen im Anhang einige Fotos der Decken und der Übergabe im Seniorenheim.“

E Gabriele Morschhäuser, Fachlehrerin für arbeitstechnische Fächer in Bereich Ernährung und Hauswirtschaft an der Hans-Viessmann-Schule in Frankenberg

Pressebericht

Bunter Aktionstag, 27.02.2018

Am Dienstag, 27.02.2018, fand in der Hans-Viessmann-Schule in Frankenberg ein Bunter Aktionstag für die Klassen der Berufsvorbereitung 10 BVJ, 10 PuschB1 & B2, 10 BGJ, die InteA-Klassen A-E und zwei Klassen der Fachoberschule Wirtschaft und Verwaltung Jahrgang 11 statt. Um 8:30 Uhr wurde der Tag durch Herrn Lötzerich eröffnet. Vier Schüler - Farzin Nategh, Bahry Hussein, Alan Hussein und Musa Rezaie - der InteA-Klassen (Integration durch Anschluss und Abschluss) bekamen ihre Hauptschulabschlusszeugnisse verliehen. Zur Einstimmung in den Tag führte Angelina Ernst eine Übung durch, die deutlich machte, was alle trotz unterschiedlicher Herkunft miteinander verbindet. Dies gelang durch Fragen an die Anwesenden wie zum Beispiel „Wer hat 3 oder mehr Geschwister?“ oder „Wer spielt ein Musikinstrument?“. Schnell wurde deutlich, wie viele Gemeinsamkeiten Jung und Alt, Lehrer*innen und Schüler*innen und Menschen unterschiedlicher Herkunft doch haben. Im Anschluss begann die Workshopphase.

Den Teilnehmenden stand ein breites Workshopangebot zur Verfügung, in das sie sich im Vorfeld eingewählt hatten. Neben eigenen Sportangeboten wie Fußball, Badminton, Tischtennis und Basketball, ergänzte die Tanzschule Müller die Vielfalt mit Streetdance. Die Naturschutzjugend Frankenberg e. V. unterstützte die Hans-Viessmann-Schule mit der Möglichkeit des Nistkastenbaus und die Musikschule Frankenberg bot drei Workshops mit unterschiedlichen Instrumenten an. Gemeinsam musizierten Schüler*innen der Ortenbergschule Frankenberg (begleitet durch Frau Kantert) und der Hans-Viessmann-Schule mit den Musikschulvertretern. Knifflige Aufgaben stellte Max Hechsel - Pädagogischer Mitarbeiter des bwnw und Sozialpädagoge in den PuSchB-Klassen – im Workshop Querdenker und Erhard Pauly führte die Schüler*innen in die Geometrie ein. Die Teilnehmenden des Workshops von Susanne Steuber „WIR“ und „die Anderen!?“ beschäftigten sich mit Vorurteilen und Stereotypen und wie diesen begegnet werden kann, während Angelina Ernst im Angebot Die kulturelle Brille eine andere Sicht auf unterschiedliche Werte in anderen Kulturen ermöglichte. Eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Ausprägungen der Radikalisierung gelang den Zuhörer*innen in Der „einzig wahre“ Weg von Derek von Schwerin. Unsere Sozialpädagogin der InteA-Klassen – Rebecca Manke (Pädagogische Mitarbeiterin des bwnw) forderte ihre Gruppe zu kreativen Taschengestaltung heraus, die im Anschluss als Andenken mitgenommen werden durften. Die Auswahl des Angebots wurde abgerundet mit dem Workshop von Oliver Salzmann Entspannungs- und Mentaltechniken.

Zum Abschluss trafen sich alle in der Aula, wo Julia Müller alle zum Gruppentanz einlud. Bei der Verlosung freuten sich Omar Horani, Niklas Schulze und Bilal Baykondu über die Gewinne der ersten drei Plätze, während Alan Hussein ein traditionelles Lied auf einer syrischen Laute spielte. Der Tag wurde von einem reichhaltigen herzhaften und süßen Buffet umrahmt, welches von den Lehrkräften Gunhild Raabe, Karin Graß und Petra Röhle gemeinsam mit Schüler*innen hergestellt wurde. An dieser Stelle geht ein großes Lob in diese Richtung. Die reichliche Vielfalt internationaler Speisen begeisterte alle Anwesenden und schmeckte ausgezeichnet.

Ein herzlicher Dank gebührt den externen Unterstützern, – NAJU Frankenberg, Tanzschule Müller, Musikschule Frankenberg – die ein vielfältiges Angebot erst ermöglicht haben.

Als Feedback des Tages wurden die Begegnungen und das Workshopangebot positiv herausgestellt.

Links zu unseren Partnern:

www.bwnw.de/vor-ort/frankenberg/angebote
www.tanz-mueller.de
www.nabu-frankenberg.de
www.musikschule-frankenberg.de

Pressebericht

Projekt "das macht Schule - VW Käfer"

Die Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres und der PuSch-Klasse Abteilung Kraftfahrzeugtechnik restaurieren zur Zeit einen VW Käfer.

Dieser Käfer ist Baujahr 1967, 44 PS und hatte die schönsten Jahre bereits hinter sich. Gemeinsam mit Fachlehrer Herrn Schubert wird dieser wieder zum Leben erweckt.

Die Bilder zeigen die Restaurationsarbeiten an der Bodengruppe.

Schulungsauto mit Einsatzort unter Wasser

„Super! Ein Projekt, das direkt einem guten Zweck dient und in der Ausbildung eingesetzt wird!“, freuten sich die acht Schüler der aktuellen PuSch-A-Klasse mit Schwerpunkt Kfz an der Hans-Viessmann-Schule. Sie hatten einen besonderen „Spezialauftrag“ erhalten:  Die DLRG-Schulungsstätte Hessen Nord in Waldeck am Edersee benötigt ein Fahrzeug für ihre Taucherausbildung. Kfz-Fachlehrer Jochen Schubert hat sich mit den Schülern der PuSch-Klasse im Rahmen eines Projektes gleich ans Werk begeben: Ein altes Ausbildungsfahrzeug der Hans-Viessmann-Schule soll zum Einsatz unter Wasser kommen und nun so aufbereitet werden, dass es Tauchern der DLRG und auch der Polizei bei entsprechenden Übungen dienlich sein kann.

Ein Fahrzeug zu diesem Zweck aufzuarbeiten, ist eine große Herausforderung. Es muss ganz besondere Anforderungen erfüllen. Insbesondere in Punkto Umweltschutz muss es entsprechend vorbereitet sein, da der Einsatzort unter Wasser ist, und zwar in einem See mit Trinkwasserqualität. Vor allem kommt es auf sorgsamen Umgang mit Flüssigkeiten an, z.B. mit Öl, Kühlwasser und Bremsflüssigkeit.

Die Schüler der PuSch-Klasse haben diese Aufgabe gern übernommen und sind nun mit großem Eifer bei der Sache. So steht neben Werkzeugkunde und dem Erlernen von berufsfeldtypischen Fachbegriffen, Grundfertigkeiten und -arbeitstechniken auch eigenständige Internetrecherche zu Umweltschutzbestimmungen auf ihrem Stundenplan. Auch Softskills wie Teamfähigkeit werden trainiert. Vor allem können im Rahmen dieses Projektes die Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, ihre Deutschkentnisse mit Bezug zur beruflichen Praxis anwenden und erweitern. So können sie gut vorbereitet ins Berufsleben starten.

Bei der Aufbereitung haben die Schüler engen Kontakt mit der Schulungsstätte Hessen Nord. Leiter Klaus Schultze freut sich bereits auf die bald erfolgende Übergabe des Fahrzeugs. Als „kleines“ Dankeschön winkt den Schülern eine ganz besondere Überraschung: Sie dürfen eine Highspeedfahrt im Rettungsboot miterleben.

PuSch - für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben

Das Förderprogramm PuSch (Praxis und Schule) ist eine neues aus dem Europäischen Sozialfonds bewilligtes Förderprojekt des Hessischen Kultusministeriums.

Es steht in der Nachfolge der Erfolgsprojekte SchuB (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb) und EIBE (Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt).

Ziel von PuSch ist es, abschlussgefährdete, förderbedürftige Jugendliche durch gezielte sozialpädagogische Begleitung zum Hauptschulabschluss und anschließend möglichst in eine duale Ausbildung zu führen.

Das hessische Projekt ist in zwei Teile gegliedert:

PuSch A – Lernort: Allgemeinbildende Schule, Ziel: Hauptschulabschluss/Ausbildungsreife
intensive und zielgenaue Förderung für abschlussgefährdete Schüler/innen

PuSch B – Lernort: Berufliche Schule, Ziel: Hauptschulabschluss/Ausbildungsreife
intensive und zielgenaue Förderung für Schulabgänger ohne Abschluss

 

Keinen Jugendlichen auf der Strecke lassen

 

Das Förderprogramm PuSch basiert auf einem ganz neuen Modell der Kooperation.

Es gibt einen intensiven Praxisbezug durch Unterricht an beruflichen Schulen und betriebliche Lerntage. Der Unterricht verläuft handlungs- und projektorientiert. Neu ist nun eine verstärkte Zusammenarbeit der allgemeinbildenden und der beruflichen Schulen bei der Projektdurchführung. Es soll das Knowhow der beruflichen Schulen schon den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I zugutekommen. So nehmen Schüler der Ortenbergschule an Praktikumstagen an Unterricht der Hans-Viessmann-Schule teil.