KFZ-Technik

Strom statt Sprit? Infrastruktur für Elektromobilität

„E-Mobilität schont Klima und Umwelt, fördert technologische Innovationen. Mit dieser E-Tanksäule verbessern wir das Infrastrukturangebot in der Region Frankenberg.“ -  So sieht Karl-Heinz Schleiter, Geschäftsführer der Energiegesellschaft Frankenberg GmbH, die Investition in die Zukunft. Die Elektro-Ladesäule ist auf dem Gelände der Hans-Viessmann-Schule errichtet und steht sowohl den Lehrern und Schülern der HVS als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Kosten für die baulichen Maßnahmen, d.h. die Errichtung der E-Säule und die Herrichtung des Parkplatzes im Umfeld der Säule, wurden von der Energiegesellschaft Frankenberg, dem Elektrounternehmen Firma Ochse GmbH in Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb Gebäudemanagement des Landkreises Waldeck-Frankenberg übernommen.

 

Die Beteiligten waren sich einig, dass der Ausbau der Elektromobilität eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist und viel mehr Bausteine umfasst als nur das Elektrofahrzeug: Viele Komponenten, von den Antriebstechnologien der E-Fahrzeuge bis zur Lade-Infrastruktur, bilden zusammen das System Elektromobilität.

Es gibt kostenpflichtige und kostenlose E-Ladesäulen. Die neu errichtete, halböffentliche E-Ladesäule an der Hans-Viessmann-Schule ermöglicht die kostenlose Aufladung von zwei Elektrofahrzeugen gleichzeitig. Bei einem vollständig entladenen Auto rechnet man mit einer Aufladezeit von 4-6 Stunden.

Die E-Ladesäule selbst ist mit von dem ehemaligen Geschäftsführer Kurt Biebighäuser des Autohaus Biebighäuser gespendet worden. Schulleiter Carsten Placht bedankte sich für diese großzügige Spende stellvertretend bei dem jetzigen Geschäftsführer des Autohauses Biebighäuser, Carsten Elsemann, und dem Projektleiter Marketing von Opel Rüsselsheim, Carsten Jeschke, der eigens aus Rüsselsheim angereist war.

 

„Die E-Ladesäule wird zu Schulungszwecken im Unterricht eingesetzt, somit leisten Sie einen innovativen Beitrag zur Ausbildung junger Menschen in der Region und sichern den Fachkräftenachwuchs in der KFZ-Branche“, lobte Schulleiter Carsten Placht. Er hob so den Nutzen und die Bedeutung dieser E-Säule für die bildungspolitische Infrastruktur in der Region hervor.

 

Der Obermeister der KFZ-Innung Frank Maurer berichtete von den Zulassungszahlen 2015/16 für E-Fahrzeuge in Hessen anhand der Statistiken des KFZ-Landesverbandes. Dabei ist die Steigerung pro Jahr sehr gering und bleibt hinter den Erwartungen der Automobilhersteller und der KFZ-Verbände weit zurück. Die beschlossene öffentliche Förderung der E-Fahrzeuge von der Bundesregierung soll hier finanzielle Anreize für die Anschaffung eines E-Fahrzeugs liefern. Sofern das umweltpolitische Ziel einer Steigerung von Elektromobiliät erreicht werden soll, muss der anstehende Netzausbau mit den Angeboten an E-Tankstellen noch schneller und umfassender realisiert werden, so sind sich die Anwender einig. Die Bereitstellung der E-Ladesäule an der Hans-Viessmann-Schule, zu der täglich ca. 1500 Schüler und Lehrer pendeln, ist ein bedeutsamer Schritt auf dem hiesigen Wege zum Ausbau der Elektromobilität.

Norwegische Auszubildende an der Hans Viessmann Schule

Im Rahmen des bilateralen Austauschprogramms Gjör Det besucht eine Auszubildendengruppe KfZ-Lackierer die Hans Viessmann Schule vom 30. Januar bis zum 03. Februar.

Das Austauschprogramm GJØR DET fördert langfristige deutsch-norwegische Partnerschaften zwischen Unternehmen und ausbildenden Institutionen sowie spannende und lehrreiche Auslandsaufenthalte für deutsche und norwegische Auszubildende.

Acht Auszubildende der Bjorkelangen Videregäende Skole nehmen in Begleitung ihrer Lehrer Tore Lundgren und Hans Kristian an dem Programm teil. Für sie ist es das erste Mal, dass sie Kontakt zum deutschen Ausbildungssystem haben und ein spannendes Programm wartet auf sie.

Das Austauschprogramm umfasst insgesamt 14 Tage, wovon die erste Woche ein Fachlehrgang im Bildungszentrum des Handwerks in Kassel stattfindet. Dort erwerben die Auszubildenden Fachkenntnisse zu unterschiedlichen Lackiertechniken sowie Reparaturtechniken an Plastikteilen. In der zweiten Woche besuchen sie die Hans-Viessmann-Schule und nehmen am Berufsschulunterricht teil. Dabei  tauschen sie sich bei der Bearbeitung von Karosserieteilen mit den deutschen Auszubildende aus und wenden die erlernten Kenntnisse an. An der Hans-Viessmann-Schule  zeichnet Frau Clement-Klütsch für die fachliche Ausgestaltung des Austausches verantwortlich.

Frau Ursula Müller hat die Kontakte in diesem europäischen Austauschprogramm aufgebaut und organisiert  diesen Aufenthalt. 

Ergänzt wird der Aufenthalt durch Betriebsbesichtigungen. Das kulturelle Highlight stellt die Teilnahme am Skispringen in Willingen teil, dass ihnen durch den Skisportclub mit seinem Öffentlichkeitsbeauftragten Dieter Schütz ermöglicht wurde.

Elektromobilität

was steckt dahinter und wie funktioniert das mit den
E-Fahrzeugen?

Fahrzeug des KFZ-Landesverbandes an der Hans-Viessmann-Schule

 

Wie geht man bei Reparaturen mit einem Elektrofahrzeug um? Welche Fehler können an einem E-Auto vorkommen und wie werden diese gefunden? Welche Abläufe muss man beim Aufladen an Stromtankstellen beachten?
Diesen und vielen weiteren Fragen gingen die KFZ-Auszubildenden an der Hans-Viessmann-Schule zwei Wochen lang im Unterricht nach. Praktisch konnten sie das alles mit ihren Lehrern am E-Fahrzeug des Landesverbandes Hessen praktisch üben. Der KFZ-Kollege Jochen Schubert führte dazu aus: „Ich habe alle  zertifizierten Fortbildungen zur Elektromobilitiät besucht und freue mich, dass ich das in diesen Wochen den Schüler praktisch zeigen kann.“

Der Landesverband Hessen unterstützt mit diesem Fahrzeug die Schulen im Land und fördert damit die Qualifizierung der Auszubildenden im Bereich der Elektromobilität, die im Lehrplan für den Beruf des KFZ-Mechatronikers vorgeschrieben ist. „Nur geschulte Fachkräfte dürfen Reparaturen an einem Elektrofahrzeug vornehmen“, so Abteilungsleiterin Beate Clement-Klütsch.

 

Unterrichtlich zum Einsatz kam jetzt auch die neue E-Ladestation für Elektrofahrzeuge auf dem Gelände der Hans-Viessmann-Schule.

In zahlreichen Testfahren  erprobten die KFZ-Lehrer die Alltagstauglichkeit des E-Fahrzeugs. Die Kapazität der Batterie  -die die einzige Energiequelle darstellt- wird sowohl für den Antriebsmotor als auch für die elektrisch betriebenen Verbraucher wie Heizung, Licht Scheibenwischer etc. im Auto benutzt. Die KFZ-Kollegen konnten mit den Erfahrungen aus den Probefahrten den Schülern vermitteln, dass ein anderer, bewusster Umgang mit diesen Elementen im Sinne eines optimierten Energieverbrauches  notwendig ist.

Für den unterrichtlichen Einsatz ist das Auto sehr lernwirksam und für das nächste Jahr schon für den  Einsatz im Berufsschulunterricht angefordert.

Es hat sich herausgestellt, dass auch bei den nordhessischen, winterlichen Straßenverhältnissen die Sicherheit beim Fahren mit Elektrofahrzeugen in jeder Hinsicht gewährleistet ist.