Fachschule Elektrotechnik

Angehende Elektro-Techniker erstellen Machbarkeits-Studie für Robotereinsatz im Fertigungsprozess – Steigerung des Automatisierungsgrades in der Produktion

Wie kann man den Grad der Automatisierung im laufenden Produktionsprozess erhöhen?

Wo können Klein-Roboter anwendungsbezogen und wirtschaftlich in Unternehmen eingesetzt werden?

Diesen Fragen gehen die Elektro-Techniker mit dem Schwerpunkt Automatisierungs- und Prozessleittechnik in einem Unterrichtsprojekt während ihrer Weiterbildung nach.  Zunächst  analysieren sie praxisnah die Fertigungsverfahren im Heizungsanlagenbau. Sie erforschen  den Produktionsprozess im Hinblick darauf, wo der Klein-Roboter „Universal Robots“ Aufgaben und Funktionen übernehmen könnte.

Für einen ausgewählten Produktionsschritt bauen sie im Unterricht mit dem schulischen, industriegleichen Roboter diese Abläufe nach. Durch Programmierung und fachgerechtes Anbringen der Werkzeuge am Klein-Roboter erstellen die Studierenden einen industrietauglichen Prototypen, der in die Fertigung übernommen werden kann. Die abschließende Bewertung wird als Machbarkeitsstudie dokumentiert und  liefert damit fundierte Aussagen in Bezug auf Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit des Robotereinsatzes. Mit dieser Untersuchung liefern sie einen Beitrag zur Optimierung der Fertigungsprozesse in ihrem Betrieb.

Die Firma Viessmann Werke GmbH  & Co. KG freut sich auf eine praxisnahe und ergebnisreiche Studie ihrer Mitarbeiter, die diese Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker Fachrichtung Elektrotechnik Schwerpunkt Automatisierungs- und Prozessleittechnik in Teilzeit absolvieren.

Automatisierungs-Techniker der Hans-Viessmann-Schule besuchen Siemens AG - eines der modernsten Industrie 4.0-Produktionswerke in Deutschland

Die Studierenden der Fachschule Elektrotechnik der Hans-Viessmann-Schule erkundeten am 22. September 2017 unter fachkundiger Führung der Siemens Mitarbeiter eines der modernsten Industrie 4.0-Siemens-Produktionsstätten - das „Werk für Geräte“ in Amberg. Christian Callegari, von Siemens Automation Cooperates with Education, erläuterte zu Beginn den angehenden Technikern die Herausforderungen der Zukunft, indem er die globalen Megatrends thematisierte und die Antworten der Siemens AG auf diese Entwicklungen erläuterte. Er sagte, dass die Digitalisierung einen bedeutenden Platz in der Gesellschaft eingenommen hat und aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Für die meisten Menschen ist es schon normal geworden, dass Geräte selbstständig und intelligent im Alltagsleben funktionieren und den Menschen das Leben erleichtern.  In diesem Produktionswerk werden Geräte und Komponenten für die Automatisierung von Anlagen in der Industrie, aber auch in der Gebäudetechnik und in Haushalten gefertigt. Dazu zählen Leitungsschutzschalter, Schütze und Relais, die in hochgradig automatisierten Prozessschritten gefertigt werden. Softwaregesteuert ist eine individualisierte Produktion mit der Stückzahl 1 in den Abläufen möglich. Die in hohem Maße softwaregesteuerte Fertigung sowie die passgenaue Materialzuführung sind optimiert und zeitlich eng aufeinander abgestimmt. Mitarbeiter erhalten die digitalisierten Informationen über Touch-Screens. Automatisierte Prüfeinrichtungen stellen die korrekte Funktion des Produktes sicher. Kontinuierliche Qualitätssicherung mit integrierten Test- und Prüfeinrichtungen ist als Fertigungsschritt z.B. bei der 100%-Prüfung von Kontakten fester Bestandteil der hochautomatisierten Fertigung.

Die Zukunft der hochqualifizierten Arbeitsplätze und der Automatisierungsfortschritt wird durch die Fachkräfte bestimmt. Eine Führung mit dem Leiter Wolfgang Klee in seiner Ausbildungsabteilung gab den angehenden Automatisierungstechnikern einen Einblick in die aktuelle Berufsausbildung und die zukünftige Zielrichtung der Berufe mit Industrie 4.0-nahen Inhalten. Die Zukunft der Berufe wird sich stärker an die Anforderungen der Industrie 4.0- Fertigung orientieren und so erwartet man zeitnah eine Neuordnung der bestehenden Elektro- und Metallberufe.

Zum Abschluss stellte Beate Clement-Klütsch, Abteilungsleiterin der Hans-Viessmann-Schule fest: „Dieser Besuch hat den Studierenden vor Augen geführt, in welchem Ausmaß ihr Berufsleben auf Dauer von der Weiterentwicklung der Automatisierung und der Vernetzung von Daten bestimmt sein wird.“ Sie bedankte sich bei den Verantwortlichen für die informative Führung durch das hochmoderne Werk und hob hervor, dass die Studierenden damit erlebt haben, auf welchem aktuellem „Stand der Technik“ die Industrie 4.0 in Deutschland ist. Bereichert durch viele neue Eindrücke kehrten die Automatisierungstechniker von dem Firmenbesuch zurück.